Dienstag, 3. Januar 2012

Atlas wirft die Welt ab - Referat


Atlas wirft die Welt ab / Wer ist John Galt?
Ayn Rand, 1957

Originaltitel: Atlas Shrugged
Referentin: Miruna Toma
Seminar: Utopisches Denken, WS 11/12

Atlas
Atlas und sein Bruder Menoitios sahen sich nach dem Titanenkampf gegen die Olympier auf der Seite der Verlierer und wurden für ihre Loyalität zu Kronos von Zeus bestraft. Anders als die meisten anderen Titanen wurde Atlas aber nicht in den Tartaros verbannt, sondern erhielt die beschwerliche Aufgabe, an Gaias (Personifizierung der Erde) westlichem Rand zu stehen und dort den Uranos (Personifizierung des Himmels) zu stemmen, um so zu verhindern, dass jene beide ihre urweltliche Umklammerung wieder aufnähmen. So wurde Atlas zum Atlas Telamon (= verankerter Atlas) und erhielt mit Koios, der die Weltachse, um die sich der Himmel dreht, personifiziert, ein Gegenstück.[1]



John Singer Sargent, Atlas and the Hesperides, 1925



















































Farnese Atlas - Museo Archeologico Nazionale di Napoli, Naples, Italy

















 Lee Lawrie, Atlas Sculpture, New York, Rokefeller Center, 1937


Bei der Umfrage der Kongressbibliothek, im Jahr 1991 nach dem einflußreichsten Buch kam das Roman: Atlas Shrugged von Ayn Rand, aus dem Jahr 1957, auf dem zweiten Platz, nach der Bibel.
Atlas Shrugged ist die Geschichte eines Streiks der Leistungsträger. Das Buch ruft sie auf, sich nicht alles gefallen zu lassen, sondern stolz auf sich und ihre Errungenschaften zu sein, ihren Verstand und ihre Kreativität zu feiern, egal, was die Gesellschaft dazu sagt. Es erzählt  von dem Recht auf Eigennutz und Individualität, vom Übel des gesellschaftlichen Zwangs, ohne Gegenleistung für andere zu arbeiten, aber auch von der Pflicht ehrlich und aufrichtig zu handeln. Es steht als praktischer Beispiel von Ayn Rands objektivistische Philosophie.

Der EInfluss dieses Romans ist bis zum heutigen Tag noch aktuell. Im Januar 2009 schrieb das „Wall Street Journal“: Atlas Shrugged: From Fiction to Fact in 52 Years[2]


Das Buch

Der Roman spielt in den Vereinigten Staaten der 1960er Jahre, setzt sich jedoch durch politische Entwicklungen und Fiktion-Elemente von der Realität ab. Die Welt besteht aus sozialistischen Volksrepubliken die anfangen zu Grunde zu gehen. In der USA gibt es noch einen Rest von Marktwirtschaft, aber auch hier wird der politische Druck immer größer, die letzten „unsozialen“ Firmen zu verstaatlichen. Leistungswille ist verspottet und unterdrückt, Ehrgeiz wird zur gesellschaftlichen Sünde, demonstrative Betroffenheit ist die höchste Tugend.
Zu den wenigen Leuten, die sich dagegen wehren, gehört die Protagonistin Dagny Taggart, Vizepräsidentin der Eisenbahngesellschaft Taggart Transcontinental. Sie und der Industrielle Henry „Hank“ Rearden, Gründer und Präsident von Rearden Steel, versuchen irgendwie, ihre Konzerne am Leben zu erhalten. Ihr Motto lautet:
“I’m not interested in helping anybody. I want to make money.”

Die Situation verschlechtert sich wenn plötzlich die besten und produktivsten Leute aus der INdustrie kündigen oder einfach verschwinden.Industriemagnate übergeben ihre Firmen auf einmal klaglos an den bislang so verhassten Staat. Die wenigen verbleibenden fähigen Leute haben kein Interesse mehr an einer Beförderung und weigern sich mehr zu machen als die einfachsten unqualifizierten Jobs.
Unternehmer, Musiker, Wissenschaftler oder gewissenhafte Handwerker, alle steigen aus. Wieso das so ist, weiß keiner, denn die Antwort auf jede Frage heißt: "Wer ist John Galt?". Irritiert von diesem Unwissen machen sich Taggart und Rearden auf dem Weg, das Geheimniss zu lösen und John Galt, "den Zerstörer", zu finden.


Wen sie aber finden, ist nich der Zerstörer sonder der Erlöser. Galt ist ein Ingenieur, der Erfinder eines revolutionären Antriebs, der keine Lust mehr hatte, sich vom Kollektiv ausbeuten zu lassen.
Als in seiner Fabrik den berühmten Spruch:
“From each according to his abilities, to each according to his needs “
ausgerufen wird, schmeißt er sein Werkzeug hin, lässt seinen Motor nutzlos zurück und kündigt an, den „Motor der Welt“ anhalten zu wollten.

Sein Motto lautet:
“I swear — by my life and my love of it — that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine.”

Zusammen mit seinen zwei besten Freunde Francisco d'Anconia und Ragnar Danneskjöld, zieht er durch das Land und überzeugt die prime movers davon, sich ihren Beispiel anzuschließen, bis die Gesellschaft zusammengebrochen ist und sie es neu aufgebauen können.



Atlantis


































rocky_mountain_tours.jpg, austinlehman.com

Die Stadt befindet sich irgendwo in den Rocky Mountains. Dagny erreicht sie, indem sie Galt in einem kleinen Flugzeug verfolgt. Die Stadt ist von einem Magnetfeld geschützt uns somit unsichtbar.
Es sind meißtens Männer, die in dem Tal wohnen.
Atlantis scheint erstmal das größte Opfer, das ein Mann machen könnte, zu sein. Seine Bewohner sind die Reichen und die Produktiven der Erde, die jetzt mit den grundlegenenden Werkzeugen und Ressourcen des Tales als Landwirte, Lebensmittel-Shop-Besitzer, Installateur oder Cafeteria-Mitarbeiter arbeiten. Wyatt behauptet aber, dass seine Arbeit hier mehr Wert ist als in der realen Welt. Reichtum sieht er als Mittel zur Erweiterung des Lebens – es gibt zwei Möglichkeiten, das eigene Leben zu erweitern: mehr zu produzieren oder schneller zu produzieren. 
Wyatt macht seine Arbeit schneller und verkürzt seine Fertigungszeit. In Atlantis ist die höhere Effizienz wert, denn die  Männer, die er bedient , erweisen ihm wiederum Vorteile, indem sie selbst effizienter werden. Darüber hinaus hat er alles was er braucht. Nichts wird verschwendet. Es ist eine gemeinsame Anstrengung.
Ein Mensch ist nicht eingestelt, weil sein Vorgesetzter weiß, dass der Mann nicht in der Lage sei ihn profesionell herauszufordern, sondern genau dieses Potenzial wird in jedem Arbeiter gesucht. Darüber hinaus konkurrieren alle Unternehmen um die anderen auszuschließen - aber nicht mit Hilfe von Gesetzen oder politische Gefallen, sondern mit ehrlicher produktiver Arbeit. In Atlantis wird mit Erfolge gehandelt und nicht mit Scheitern.
In Atlantis herrscht der ideale Kapitalismus - Kapitalismus ohne Korruption und Inkompetenz, ein freies Markt unter dem Zeichen des Dollars.




Ayn Rand Interview




[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Atlas_(Mythologie)
[2] http://online.wsj.com/article/SB123146363567166677.html

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